2008-04-07

Sloterdijk III

Dasselbe Buch. S 27 'Waehrend die pragmatische Gesinnung sich mit der These begnügt, wonach wahr sei, was hilft, insistiert das eifernde Verhalten auf dem Axiom, Wahrheit komme allein dem zu, was allgemeine Unterwerfung fordern darf.'

1.Dieser Satz löst bei mir so viele freie Assoziationen aus. Erstens einmal typische Verachtung des Pragmatismus... Dieser halbe Satz gibt schon wieder, was ich mit Wien und Pragmatismus in Zusammenhang bringe.
Pragmatismus sehen sie als eine Art minderwertigen Denkens von Anglosaxons... Das gefaellt mir nicht. Ich hasse diese Einstellung... Ich finde Pragmatismus viel intelligenter war in vielen Hinsichten als die infantile Selbstliebe von Vielen... Viele Pragmatisten waren nicht unreligiös, sie haben nur verstanden, dass sie durch hartnaeckige Selbstliebe und deren Anwendungen nicht zum Ziel kommen werden... Sie haben verstanden, dass sie zwischen den Anderen und ihren eigenen Einstellungen unterscheiden sollen...
2.Die zweite Formulierung ist genial. Genau das ist aber das Problem. Was hat aber Wahrheit mit Unterwerfung zu tun?
Es ist interessant, welche irrationale Gefühlskomplexe mit Wahrheit in Verbindung gebracht werden. Manche glauben an eine Erlösung, an ein plötzliches Glücklichwerden, manche wieder glauben dass Wahrheit per se schmerzlich sein soll...
Wahrheit ist meistens banal, gar keine von diesen überschwenglichen Gefühlskomplexen...
3. Die Verbindung von Wahrheit mit Unterwerfung geht auf religiöses Denken zurück. Ich bin der Meinung, dass Theologie, Theosophie von Philosophie getrennt werden sollen... Das ist eine Schablone, die extrem tief sitzt oder gesessen ist, bei vielen... Zum Beispiel bei manchen Naturwissenschaftlern... Deswegen die Perversion bei den Naturwissenschaften.... Sie wollten etwas finden, was bei den anderen Unterwerfung hervorrufen sollte... Deswegen die unethische Annaeherung mancher Leute an die Naturwissenschaften... Es sollte unbedingt für jeden gelten... Vernichtung des İndividualismus...

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