Aşağıdaki yazılar alıntı bir kitap ve konuşma hakkında. Bu kitabı okuyalı çook oldu ve o konuşmaya gideli de çok oldu. Ama geçenlerde başka bir konudan bahsetmek isterken Gilles Kepel in kitabından bir yer geldi aklıma, ama Gilles Kepel in ismi aklıma gelmedi. Yine tesadüfen başka birşey ararken kitap ile ilgili bilgiler buldum. Onları buraya attım bilincimin bulamacının içinden çıkartmak için... Kitap Almanca dilinde tanıtıldığından daha iyi bir kitaptı aslında. Aşağıdaki Almanca tanıtma yazısı bence iyi değil. Bildik bazı Almanca zihniyetlerin içine sıkışmış bir metin. Kitabın kendisi Almancadaki kadar islam düşmanı olmadığı için Almancasında kitabı kendi zihniyetlerine çevirmeye çalışmışlar. Halbuki kitabın kendisi islam düşmanı falan değil. Hatta Ortadoğu halklarına birleşmeleri gerektiğini anlatmaya çalışıyor, sömürge ve işgalden kurtulabilmek için... Almanca metni pek ciddiye almamak lazım, kitaptan çok Almanların bu konudaki zihniyetini gösteriyor bence.
'Krieg im Herzen des Islam
Von Romain Leick
Gilles Kepel weckt mit seinem Buch "Die neuen Kreuzzüge" Hoffnung auf eine Glaubensreform durch Europas Muslime.
Zwei Tage vor dem 11. September, dem ominösen Jahrestag der apokalyptischen Anschläge von New York und Washington, erschien das bärtige Gesicht mit der großen Brille wieder auf dem Bildschirm. Aiman al-Sawahiri, Chefideologe von al-Qaida und politischer Mentor Osama Bin Ladens, sagte in seiner neuesten Videobotschaft den Amerikanern in Afghanistan und im Irak Tod, Verderben und die finale Niederlage voraus.
Prahlerei eines Gehetzten oder grimmige Entschlossenheit eines Unbeirrbaren? Kaum einer kennt die Gedankenwelt - Doktrin wäre wohl zu viel gesagt - dieses gelernten Arztes aus Ägypten besser als der renommierte französische Islamwissenschaftler Gilles Kepel, 49. In seinem jüngsten Buch analysiert er das Chaos, das den Nahen Osten bedroht, die heiligen Stätten gefährdet und den sozialen Zusammenhalt der arabischen Zivilgesellschaften zerstört: Es ist die "Fitna", der Krieg im Herzen des Islam, ein uraltes Schreckgespenst der muslimischen Weltgemeinschaft, der Umma.
Gilles Kepel
Die neuen Kreuzzüge
Aus dem Französischen von Bertold Galli, Enrico Heinemann und Ursel Schäfer.
Piper Verlag, München;
396 Seiten;
22,90 Euro
Die islamischen Gesellschaften standen in den 14 Jahrhunderten ihrer Geschichte stets im Spannungsfeld zweier Pole, die Glanzzeiten und Tiefpunkte ihrer Kultur bestimmten: Dschihad und Fitna. Der erste Begriff, der zum Schrecken des Westens geworden ist, hat im traditionellen Islam eine positive Bedeutung: Er bezeichnet die Ausbreitung des Glaubens, die Erweiterung und Vertiefung des Geltungsbereichs der religiösen Gebote - eine stete Aufgabe für jeden guten Muslim. Der "heilige Krieg", der mit Schwert und Koran geführt wird, ist nur ein Extrem- und Ausnahmefall.
Der zweite, im Westen eher unbekannte, aber ebenso entscheidende Ausdruck hat dagegen einen sehr negativen Sinn: Fitna steht für Aufruhr und Bürgerkrieg, die Zerfall, Zusammenbruch und Untergang der Glaubensgemeinschaft bringen.
Beide sind untrennbar miteinander verbunden, denn der Dschihad, der den gottlosen Feind im Westen bis ins Mark treffen soll, hat sich heute nach innen gewandt - so Kepels zentrale These. Der Krieg, der nach Osama Bin Laden und Aiman al-Sawahiri die Ungläubigen in die Knie zwingen und ihnen die "Hände verbrennen" sollte, hat das Haus des Islam selbst in Brand gesteckt. Die islamischen Rechtsgelehrten, Ulama genannt, haben die Kontrolle über die Ausrufung des Dschihad verloren. Den Ton geben jetzt fanatische Kämpfer an, die die lange Geschichte der muslimischen Gesellschaft absichtlich ignorieren und nur noch an die erlösende Kraft der Urkatastrophe glauben.
In seiner Schrift "Ritter unter dem Banner des Propheten" hat Sawahiri diesen unfreiwilligen Nihilismus zur Theorie erhoben. Doch von Ägypten bis Bosnien, von Saudi-Arabien bis Algerien waren die Gotteskrieger in ihrem Vorhaben, die muslimischen Massen hinter sich zu bringen und die dort herrschenden "abtrünnigen" Regime zu stürzen, in den neunziger Jahren endgültig gescheitert.
Deshalb musste die Bewegung ihre Strategie radikal ändern, um den Abwärtstrend umzukehren: Sie mussten einen großen Schlag gegen die Vereinigten Staaten, den "fernen Feind", führen. Die faszinierende Schrecklichkeit des Anschlags sollte die Schwankenden in der islamischen Welt begeistern und sie von der unbesiegbaren Kraft des Dschihad sowie der Schwäche des hochmütigen Amerika überzeugen.
Doch trotz einer anfänglichen Begeisterung ging der Plan nicht auf. Die Mehrheit der Muslime ließ sich nicht für den Dschihad mobilisieren. Die Attentate vom 11. September 2001, schreibt Kepel, haben stattdessen "eine Ära der Fitna" eröffnet und "ein infernalisches Räderwerk in Gang gesetzt".
Rückschläge allenthalben: Die Lage der Palästinenser war seit der israelischen Staatsgründung 1948 noch nie so verzweifelt wie heute. Die afghanischen Taliban sind ausgeschaltet. Der Irak versinkt im Chaos. Nicht nur der Guerillakrieg gegen die Besatzer, auch Terroranschläge unter den Irakern, seien es Araber oder Kurden, Sunniten oder Schiiten, fordern täglich Tote und Verletzte. Es gibt keinen klaren Feind mehr. Das blutige Durcheinander nützt autoritären Regime in der Region, die sich in ihrem Immobilismus bestärkt fühlen und echte soziale und politische Reformen endlos hinausschieben.
Kenntnisreich und detailbesessen beschreibt Kepel wie in einem politisch-religiösen Krimi die Brennpunkte und die Kräfte von Dschihad und Fitna: einen Teufelskreis, den Bin Ladens Schüler und Präsident George W. Bushs Neokonservative gleichermaßen antreiben.
Zeichen der Hoffnung und Wege in die Zukunft erblickt Kepel jetzt anderswo: in den Vorstädten der europäischen Metropolen. Dort wächst eine Generation junger Muslime heran, die Dschihad und Fitna überwinden und die Trennung von Moschee und Staat akzeptieren können. Der Islam, der nicht mehr in der Lage ist, sich in seinem Herzland von innen heraus zu reformieren, werde in Europa mit den Kräften der Modernisierung konfrontiert - und die würden ihn letztendlich von seinen religiösen, autoritären und aggressiven Dogmen emanzipieren.
Die spontane Einmütigkeit, mit der Frankreichs Muslime sich nach der Entführung von zwei französischen Journalisten im Irak zur laizistischen Republik bekannten, könnte diese Hoffnung stützen.
Neue muslimische Denker wie der in Genf lehrende Philosoph Tarik Ramadan haben die entscheidende Bedeutung des Kampfs um die Zukunft des europäischen Islam längst erkannt. Kepel erklärt es zur Aufgabe jener Muslime, die sich in die europäischen Gesellschaften integriert hätten, "auf beispielhafte Weise, jenseits von Dschihad und Fitna, über Europas Grenzen hinweg das neue Gesicht einer muslimischen Welt" zu zeigen, die mit den modernen Zeiten, mit Demokratie, Toleranz und Freiheit ausgesöhnt sei.
Tuesday Lectures
Vortrag und Buchpräsentation
8 October, 2004
Gilles Kepel
Die neuen Kreuzzüge:
Die arabische Welt und die Zukunft des Westens
Vortrag in englischer Sprache
Terroranschläge, Guerillakriege, offene Feindseligkeit: Täglich zeigt die wachsende Kluft zwischen der islamischen Welt und „dem Westen" neue erschreckende Auswirkungen. Anderthalb Jahrzehnte nach dem Ende des Kalten Krieges droht somit ein weiterer, noch gefährlicherer Ost-West-Konflikt. Gilles Kepel, weltweit als einer der besten Kenner der islamischen Politik anerkannt, analysiert die gefährliche Lage in drei Schritten. Beginnend mit dem Palästina-Konflikt, erweitert er den Fokus auf den gesamten Mittleren Osten und schließlich auf die Grundfrage: Wie sieht eine neue Weltordnung aus, die die islamischen Länder zu echten Partnern werden lässt? Müssen wir im Westen auf Vorrechte verzichten, Macht abgeben, Wohlstand teilen?
Gilles Kepel ist Professor für Politische Studien am Institut d’Etudes Politiques in Paris und Gastprofessor u.a. an der Columbia University.
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